Längen und Kürzen

Wie kann man Längen und Kürzen erkennen ?


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Wie kann man Längen und Kürzen erkennen ?

Man unterscheidet im Lateinischen zwischen Naturlängen und Positionslängen. Wie der Name vielleicht schon sagt, werden lange Vokale oder Diphthonge, die ja von Haus aus lang ausgesprochen werden, als Naturlänge bezeichnet. Im Wörterbuch sind zu jedem Wort die Naturlängen eingezeichnet.

Man spricht von einer Positionslänge, wenn ein kurzer Vokal von mindestens zwei Konsonanten gefolgt wird. Hierbei ist zu beachten, dass „qu“, man spricht es zwar wie "kw", einem Konsonanten, aber „x“ zwei Konsonanten entspricht, denn das „x“ hat sich im Laufe der Zeit aus „gs", "cs", "ks“ herausgebildet. Auch z entspricht zwei Konsonanten.

Neben diesen Faustregeln gibt es eine Ausnahme, die als muta cum liquida bezeichnet wird. Wenn „b“, „d“, „g“ oder „p“, „t“, „c“ von einem „l“, "r", "m" oder „n“ gefolgt werden, dann kann der vorausgehende Vokal entweder kurz oder lang sein. Vor einer solchen muta cum liquida kann eine Silbe, wie es das Metrum erfordert, entweder kurz oder lang sein. Man spricht hierbei von schwankenden Silben (syllaba anceps).

Auch sollte man wissen, dass der Vokal "i" in Verbindung mit einem anderen Vokal als ein Konsonant gewertet wird z.B. iacere, iunctum, iungere.

Jetzt werden wir die Elision betrachten. Wenn ein Wort in einem Vers auf einen Vokal endet und das darauf folgende Wort mit einem Vokal beziehungsweise einem „h“ beginnt, wird der Endvokal des ersten Wortes nicht ausgesprochen. Man nennt dies eine Elision.
Endet ein Wort auf einen Vokal, gefolgt vom Konsonanten "m" (-am, -em, -im, -om, -um) und das darauf folgende Wort beginnt mit einem Vokal oder mit "h", so wird das -am, -em, -im, -om, -um des ersten Wortes nicht ausgesprochen z.B. :

donum accipendum (das -um wird nicht ausgesprochen -> gesprochen: "don accipendum")

ein annehmbares Geschenk. 
Femina accedet. (das -a wird nicht ausgesprochen : "femin accedet."

Eine Frau tritt heran.

 

Neben der Elision existiert auch noch die Aphärese. Wenn auf ein Wort, das auf einen Vokal ("a", "e", "i", "o", "u") oder auf "m" endet, "es" oder "est" folgt, dann muss man das "e" von "es" oder "est" wegstreichen.

Is adducto (e)st. (gesprochen: adducto st)
Er ist weggeführt worden.
 
Femina bona (e)s! (gesprochen: "Femina bona s!")
Du bist eine gütige Frau!
  

 

Eine weitere Regel besagt, dass der erste von zwei hintereinander stehenden Vokalen stets kurz ist.

dea (das e wird kurz ausgesprochen)
Göttin

 

Im Folgenden findet ihr die Betonungsregeln noch einmal zusammengefasst:

Betonungsregeln


  1. Man betont zweisilbige Wörter wie nefas, domus immer auf der ersten Silbe.

  2. Bei drei- und mehrsilbigen Wörtern wird die vorletzte Silbe betont, wenn diese lang ist. Für den Fall, dass die vorletzte Silbe kurz ist, wird die vorvorletzte Silbe betont z.B.:

    a-mi-cus oder do-mi-nus.


  3. Ausnahme: Wird an ein Wort "-que", "-ne" oder "-ve" angehängt, wird die letzte Silbe vor dem angehängten Wort betont, auch wenn diese kurz ist wie z.B.:

    domus -> do-mus-que

                oder

    regnum -> reg-num-que.

  4. Das "e" von "est" wird nicht ausgesprochen, wenn das vorhergehende Wort auf "-am", "-em", "-im", "-um" oder einen Vokal endet wie z.B.:

    vocandum est
      -> gesprochen "vocandum st"
    Man muss rufen.


Geschrieben von Stephanie.Mehltretter am 2011-06-14 13:58:10